Chronik

Die „Freiwillige Feuerwehr Gschwandt“, gegr. 1895

Als eine Körperschaft öffentlichen Rechts ist die Feuerwehr ein Teil der öffentlichen Einrichtung einer Gemeinde.

 Der Großbrand von 1879 und der Mangel an Wasser drängten zu einer eigenen Feuerwehr für Gschwandt, deren Gründung 1895 über die Bühne ging. Neben eher wenigen Landwirten beteiligten sich als erste Mitglieder der Pfarrer, der Ortskaufmann, der Bäcker und einer der Schmiede. Das Zeughaus entstand schon 1896 und eine Feuerwehrspritze wurde angekauft. Ihr folgte 1902 die Anschaffung einer Leiter und 1905 der Bau des Schlauchturmes, Standort war der Gemeindehauptort. 1915 zählte die aktive Mannschaft 31 Männer.

Nach dem ersten Weltkrieg bemühte sich der neue Oberlehrer um die Feuerwehr und man richtete 1920 eine eigene Rettungsabteilung ein (bis 1938 hatten die Feuerwehren das Krankentransportwesen zum Großteil zu tragen), die der Oberlehrer durch Sanitätskurse belebte. Durch den Wasserleitungsbau 1923/24 war es möglich geworden, einen eigenen Hydranten im Ortsgebiet aufzustellen und neue, lange Schläuche zu erwerben.

Chr2Eine große Errungenschaft stellte die erste Motorspritze dar, welche man 1929 in Braunau ankaufte. Mangels eines Zugfahrzeuges musste man sich zu ihrem Transport eines Pferdefuhrwagens bedienen. 1930 und 1932 wurden im Feuerwehrhaus Umbauten vorgenommen (Betonböden, Musikräume im neuen Stock). Laufende Kurse für die Sanitätsabteilung (1935-1937) besuchten Feuerwehrmänner aus Gschwandt und St. Konrad. Inzwischen (1929) gab es infolge der großen Entfernung zum Hauptort am Flachberg eine eigene Feuerwehr die man 1938 der Gemeindefeuerwehr eingliederte, sie besteht bis heute als eigene Feuerwache.

1938 endete das Vereinsverhältnis der beiden Feuerwehren, man meldete ihre Überführung in eine Gebietskörperschaft, das Rettungswesen Chr3übernahm das Rote Kreuz. 1939 sollten neue Löschwasserbecken gebaut werden und es kam zum Kauf einer Motorspritze für den Löschzug Flachberg. 1940 mussten die Löschteicherrichtungen auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Auch in den Kriegsjahren konnte sich durch Zuteilungen ein Mannschaftsstand von zirka 30 Personen halten.

Chr 03Die erste Zeit nach dem Krieg diente aber der Modernisierung der gesamten Feuerwehr. Eine Sirene (1951) ein eigenes Einsatzfahrzeug (1952), die Erweiterung der Zeugstätte (1952/53) und eine moderne Tragkraftspritze (1954) konnten bei der Hochwassersituation im Jahre 1954 hervorragende Dienste leisten, als die Laudach und der wasserlose Bach weit über die Ufer getreten waren und Häuser bedrohten.

Von 1960 bis 1985 war eine Zeit noch intensiverer Erneuerung der Feuerwehreinrichtungen. Ein Löschfahrzeug (1960), abermals Erweiterung des Zeughauses und ein Funkgerät (1963), Atemschutzgeräte (1964), ein Allradfahrzeug (1966), sowie das erste Tanklöschfahrzeug (1968), ein kleines Löschfahrzeug für die Feuerwache Flachberg (1974), Neubau des Feuerwehrhauses in den Jahren 1978-79, ein besseres Tanklöschfahrzeug (1982), sanierte Löschteiche (1982) und Meldeempfänger der Mannschaft zwecks Soforteinsatzes (1983) sind die Errungenschaften welche von der Gemeinde, aus Spenden und Veranstaltungen der Feuerwehr selbst finanziert werden könnten.Chr 04

Der Beginn der Jugendarbeit führt auf das Jahr 1973 zurück, die damals in Gschwandt als eine der ersten im Bezirk Gmunden aufgenommen wurde.

1985 besteht die FF Gschwandt aus 79 aktiven und 5 Reservisten.

 Anschaffung eines Bergegerätes mit Spreitzer und Schere 1988, sowie einer modernen hochleistungsfähigen Tragkraftspritze FOX. Erweiterung der Meldeempfänger, Atemschutzgeräte sowie der persönlichen Einsatzausrüstung.

Als eine der wichtigsten Investitionen dieser Zeit, kann die Anschaffung eines Löschfahrzeuges mit Bergeausrüstung und Allradantrieb (1992) betrachtet werden, welches von Land, Gemeinde, aus Spenden und Veranstaltungen der Feuerwehr finanziert werden konnte, um den gestiegen Anforderungen im technischen Dienst gerecht zu werden.

Im Jahr des 100jährigen Gründungsfestes (1995) stehen 89 aktive und 11 Reservisten bereit für die Allgemeinheit um im Katastrophenfall der öffentlichen Sicherheit zu dienen. Anlässlich dieses Jubiläums, wurde auch der Abschnittsbewerb von der Ortsfeuerwehr ausgerichtet.

In den Jahren 1989 bis 2002 beteiligt sich eine Gruppe, unter der Leitung des Kommandanten, sehr erfolgreich an Leistungsbewerben in fast allen Österreichischen Bundesländern, sowie in Südtirol.

Diese Gruppe war es auch, die 2002 zur neu geschaffenen technischen Hilfeleistungsprüfung erfolgreich antrat. 1 Jahr später folgten 2 weitere Gruppen.

KLF-AEin weiterer Schritt in der Modernisierung des Fuhrparks wurde 2002 mit der Auslieferung eines Kleinlöschfahrzeuges mit Allradantrieb, sowie 2003 mit dem Ankauf einer neuen Tragkraftspritze und einem modernen Notstromaggregat, gesetzt.

Im Wahljahr 2003 wurden mehrere Funktionen, darunter auch der Kommandant, neu besetzt.

2004 fand eine technische Leistungsprüfung in der Stufe 2 in Gschwandt statt.

Die Jugendgruppe wurde aufgrund guter Leistungen zu einem internationalen Bewerb ins Burgenland eingeladen.

Die Installierung eines neuen Warn und Alarmsystems in der Landeswarnzentrale in Linz, machte im Jahr 2005 auch die Umstellung aller Feuerwehren und somit auch in Gschwandt auf ein Digitales System notwendig. 40 neue Rufempfänger wurden angeschafft.

Das neue digitale System bietet Möglichkeiten, die dem derzeitigen Stand der Technik entsprechen.

Anlässlich des Jubiläumsjahres 2005 (110 Jahre) fanden, die Abschnittstagung in der Merzweckhalle, sowie der Abschnittsbewerb im Sportzentrum, in Gschwandt, statt. In beiden Wertungen konnten Spitzenplätze von den eigenen Gruppen erreicht werden.

Eine große Herausforderung stellte der Hochwassereinsatz vom 30. Mai dar. Dabei standen im Gemeindegebiet mehr als 140 Mann aus 7 Feuerwehren im Einsatz.

Als Konsequenz dieser Überflutungen wurden noch im selben Jahr ein Schlammpumpsauger und eine leistungsfähige Tauchpumpe angeschafft.

Der Mannschaftsstand beträgt im Jubiläumsjahr 2005:                                                                  

  • 14 Jungfeuerwehrmänner
  • 102 aktive Mitglieder
  • 10 Reservisten

                                                                                                                                                                              

Die Auffälligkeit von immer schlimmer werdenden Naturkatastrophen, zeigt sich seit beginn des 21. Jahrhunderts, fast jedes Jahr.

Der Anfang des Jahres 2006 war geprägt von viel Schneefall, wobei die Hilfeleistung der FF auch im inneren Salzkammergut, zum Abschaufeln der Dächer, vonnöten war.

Zum normalen Einsatzgeschehen in diesem Jahr zählen  LKW- Bergungen, die Hilfeleistung nach Sportflugzeugabsturz, sowie die Löschwasserförderung bei einem Waldbrand im inneren Salzkammergut.

2 Gruppen unterzogen sich der Prüfung „Technische Hilfeleistung“ in der Stufe 2. Der erforderliche Austausch der Atemschutzgeräte, konnte mit 3 neuen Geräten 2006 abgeschlossen werden. Die technische Ausrüstung wurde mit einem hydraulischen Zylinder aufgerüstet.

Die Serie von Unwettern findet mit dem Orkan „Kyrill“ am Anfang des Jahres 2007 seine Fortsetzung, der in der Nacht vom 18. auf den 19. Jänner nicht nur in unserem Gemeindegebiet eine Spur der Verwüstung hinterließ. Insgesamt mussten 34 Einsätze bewältigt werden.

Das übliche Bild bei den Einsätzen: Verkehrsunfälle, LKW- Bergung, Brand nach Blitzschlag, Flugzeugabsturz und besonders viele Wespen und Hornissen in diesem Jahr.

6 Mann der Feuerwehr unterzogen sich der neuen Leistungsprüfung „Atemschutz“.

Die OÖ Feuerwehrjugend unterstützt das schwarze Kreuz seit den 70er Jahren immer wieder bei der Kriegsgräberpflege im Ausland. 2 Gschwandtner Jungfeuerwehrmänner durften dabei in diesem Jahr bei einem 10 tägigen Aufenthalt in Polen mitwirken.

Die Verkehrsregelung ist schon seit jeher ein heikles Thema in der Feuerwehr, da es kaum rechtliche Sicherheit gab. 11 Mann der Wehr unterzogen sich einer speziellen Schulung über die STVO, und wurden als Straßenaufsichtsorgane von der BH Gmunden vereidigt.

Am 1. März 2008 war es der Orkan „Emma“, der im Gemeindegebiet wütete und somit ein Großschadensereignis auslöste. Mehrere Hundert Stunden mussten von den Kameraden zur Hilfeleistung aufgewendet werden.

Um die Jugend noch besser auf den Feuerwehralltag vorzubereiten, wurde das Jugendleistungsabzeichen in Gold ins Leben gerufen. 6 Jungmänner unterzogen sich in diesem Jahr der Prüfung.

Da sich die Bauweise von Kraftfahrzeugen aufgrund der Insassensicherheit stark verbessert hat, musste nach 20 Jahren der Hydraulische Rettungssatz (Schere und Spreitzer) durch ein leistungsfähigeres Gerät ersetzt werden.

Bei der Kommandowahl im Jahr 2008 gab es keine nennenswerte Veränderung.

Der Mannschaftsstand beträgt: 111 Aktive 13 Jungfeuerwehrmänner und 14 Reservisten.

Im Herbst desselben Jahres konnte das neue TLFA (Tanklöschfahrzeug mit Allradantrieb) ausgeliefert werden, und ersetzt seither das alte TLF Trupp aus dem Jahr 1982. BILD2155

Die Finanzierung des Fahrzeuges erfolgte aus Mitteln des Landesfeuerwehrfonds, des Landes Oberösterreichs, der Gemeinde und der Feuerwehr.

Die bis Dato wichtigste Investition in unserer Wehr beinhaltet umfassende Technik und Ausrüstung, um aus heutiger Sicht bestmöglich anstehende Brandeinsatz-Szenarien bewältigen zu können.

2010 konnte durch kleinere Umbauarbeiten in der Zeugstätte eine Verbesserung erreicht werden.

Im selben Jahr absolvierten 21 Mann die technische Leistungsprüfung in Gold.

Da sich die Ausbildung teilweise von der Landesfeuerwehrschule zu den Feuerwehren verlagert, wurde im darauf folgenden Jahr 2011 eine Maschinistenausbildung in der Wehr durchgeführt an der 27 Mann teilnahmen.

Eine aus dem Jahre 1974 stammende VW Tragkraftspritze wurde 2012 durch ein neues Leistungsfähiges Gerät Typ Fox 3 ersetzt.

Die Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Gschwandt

1895 – 1899     Josef Wacholder                          1952 – 1962    Karl Wampl

1899 - 1922      Franz Brunnthaler                         1962 – 1975    Josef Hummer

1922 – 1944     Anton Neuwirth                             1975 – 1988    Franz Hufnagl

1944 – 1945     Anton Hessenberger                    1988 – 2003     Franz Wampl

1945 – 1952     Franz Holzinger                             2003 - 2013     Johann Wampl

seit 2013 Jürgen Weißmann

Karl Wampl Josef Hummer
Wampl Karl Hummer Josef
   
Franz Hufnagl Franz Wampl
Hufnagel Franz Wampl Franz
   
Johann Wampl Jürgen Weißmann
Wampl Johann Weißmann Jürgen
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